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Müllwagen erschlägt ganze Familie: Rätsel um Unfallursache

Ein tonnenschwerer Müllwagen kippt beim Abbiegen um und begräbt das Auto einer jungen Familie unter sich. Wie es zu dem verheerenden Unfall mit fünf Toten in Nagold kommen konnte, soll ein Spezialist klären.

Nagold (dpa) - Nach dem Unfall mit fünf Toten am Freitag in Nagold geht die Suche nach der Ursache weiter. Bis man den Grund für das Unglück herausfinde, könne es aber noch einige Tage andauern, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag in Baden-Württemberg.

"So etwas braucht Zeit. Der ganze Lastwagen muss unter die Lupe genommen werden." Ein Spezialist sei beauftragt worden, ein Gutachten zu dem Unglück zu erstellen. Mit Ergebnissen rechnen die Beamten erst im Laufe der kommenden Woche. Bisher geht die Polizei davon aus, dass ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt hat - nach Angaben des Unternehmens war der Müllwagen aber intakt.

Der Müllwagen war beim Abbiegen umgekippt und hatte das voll besetzte Auto unter sich begraben. In dem im Kreis Konstanz zugelassenen Wagen saßen die 25 Jahre alte Fahrerin und ihr 22 Jahre alter Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17 Jahre alte Schwester der Fahrerin. Alle Fünf wurden bei dem Unfall getötet. Den Rettern bot sich ein Bild des Grauens.

Das Müllfahrzeug fuhr im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises. Der Geschäftsführer des Unternehmens, das die Fahrzeuge zur Verfügung stellt und wartet, Ekkehard Häberle, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Lastwagen sei erst im März beim TüV gewesen. Die nächste Untersuchung in einer Werkstatt war demnach planmäßig für den September anvisiert. Es habe nie Probleme mit diesem Fahrzeug gegeben.

Auf der Homepage des Unternehmens wurde am Freitag eine Pressemitteilung veröffentlicht. "Unser Müllfahrzeug (...) fuhr am 11.08.2017 um 7.00 Uhr vom Betriebshof in Bad Liebenzell los. Das Fahrzeug war mit 2 Fahrern besetzt. Es hatte folgenden Auftrag: Anfahren von 18 Ladestellen zum Abholen von Altholz, verteilt im ganzen Landkreis Calw. Bis zum Unfallzeitpunkt wurden 15 Ladestellen abgefahren. Es gab keinerlei Beanstandungen und Auffälligkeiten am Fahrzeug (...) Von einem angeblichen technischen Defekt ist uns nur aus der Presse bekannt. Wir bitten von weiteren Anfragen per Telefon Abstand zu nehmen, da auch wir von dem tragischen Unglück sehr mitgenommen sind. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen."

Der 54 Jahre alte Fahrer des Lastwagens und dessen 26 Jahre alter Beifahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock. Beide kamen vorsorglich in ein Krankenhaus.

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