Archiv

Auenweg Schöffe selbst Raser?

Der Prozess um das tödliche Autorennen auf dem Auenweg droht vorerst zu platzen. Wegen möglicher Befangenheit und Untauglichkeit eines Schöffen. Der Prozess ist bis zum 13. Dezember unterbrochen.


Ein Schöffe hatte während der Verhandlung erklärt, er sei früher im Umfeld der Raserszene aktiv gewesen. Weil er in einem Internetvideo der Szene zu sehen gewesen sei, habe er außerdem eine Gefährderansprache der Polizei bekommen. Möglicherweise platzt der Prozess jetzt.

In dem Revisionsverfahren geht es um strengere Urteile wegen des tödlichen Autorennens auf dem Auenweg. Nachdem der Bundesgerichtshof die Bewährungsstrafen gegen die beiden Angeklagten gerügt hatte, muss jetzt entschieden werden, ob die beiden jungen Männer doch noch ins Gefängnis gehen.

Bei ihrem illegalen Autorennen im April 2015 starb eine 19-jährige.

Die Familie der damals getöteten Miriam S. nahm zu Prozessbeginn geschlossen auf der Nebenklägerbank Platz. Ihr Anwalt sagte, die Familie erwarte ein gerechtes Urteil - auch damit alle endlich Ruhe fänden und mit dem tragischen Erlebnis abschließen könnten.

Ihnen gegenüber saßen die beiden Männer, die für den Tod ihrer Tochter verantwortlich sind. Einer der beiden entschuldigte sich erstmals bei der Familie. Es tue ihm unendlich leid, dass er für den Tod der jungen Miriam verantwortlich sei, er denke jeden Tag daran und fühle sich schuldig.

Am Mittwochnachmittag sollen die ersten Zeugen gehört werden. Das Urteil soll Mitte Dezember fallen.

- Nachricht vom 06.12.2017, FWA - 


Anzeige
Zur Startseite