Kino / Portraits

"Meine Eltern haben mich geformt"

Patrick Schwarzenegger verließ sich für seine Rolle in "Midnight Sun" (Kinostart: 22.3.) auf die Ratschläge seines Vaters

An Patrick Schwarzenegger (24) fällt zunächst einmal auf, dass er extrem freundlich und bescheiden ist. Ein wohlerzogener, junger Mann sitzt da in einem Berliner Hotel und gibt geduldig Interview um Interview zu seinem Film "Midnight Sun" (Kinostart: 22. März). Natürlich drehen sich bei weitem nicht alle Frage um die bittersüße Teenager-Romanze, in der Patrick Schwarzenegger an der Seite von Bella Thorne seine erste Hauptrolle spielt. Als Sohn seines berühmten Vaters Arnold ist der Schauspieler Fragen nach seiner Familie gewohnt. Auf seinen Stammbaum reduzieren lassen will er sich aber nicht.

teleschau: Sie wurden im Prinzip in das Filmgeschäft hineingeboren: War Ihre Hollywood-Karriere vorgezeichnet?

Patrick Schwarzenegger: Auf jeden Fall wusste ich recht früh, dass ich auch Schauspieler werden wollte. Meinen Vater am Set zu besuchen, das war für mich das Größte. Ihn zu beobachten, wie er als Mr. Freeze oder Terminator aus der Maske kam, fand ich unheimlich faszinierend. Durch meinen Dad lernte ich früh, wie das Geschäft funktioniert. Aber natürlich hat mich nicht nur mein Vater geprägt, sondern auch meine Mutter. Meine Eltern haben mich gemeinsam geformt, mir beigebracht, ein guter Sohn, ein guter Bruder, ein guter Freund zu sein.

teleschau: Welche Tipps bekamen Sie für Ihre erste Hauptrolle in "Midnight Sun"?

Schwarzenegger: An den ersten Tagen an einem Set fühle ich mich immer etwas unbehaglich. Aber wenn sich die Leute erst einmal kennengelernt haben, dann ist das eine riesige Familie, auf die man sich verlassen kann. Darauf wies mich auch mein Vater hin. Er sagte mir, das Wichtigste ist Vertrauen: Die Leute machen ihren Job, und sie alle geben ihr Bestes. Das sollte ich auch einfach tun.

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teleschau: Man munkelt, Sie hätten am Set ein ziemlich großes "Bananen-Problem" gehabt ...

Schwarzenegger: Als Problem würde ich es nicht bezeichnen. Was stimmt ist, dass ich gerne esse und am liebsten Bananen. Insbesondere wenn sie zu einer Bananencremetorte verarbeitet wurden. Das war übrigens auch mein Abschlussgeschenk nach Ende der Dreharbeiten. Außerdem hat mir Bella (Thorne, Anm. d. Red.) ständig Sandwiches mit Bananen, Erdnussbutter und Marshmellows gemacht. Aber erst nachdem wir die Oben-ohne-Szenen abgedreht hatten.

teleschau: Wie schwierig war es denn, in Form zu bleiben ...

Schwarzenegger: Eigentlich versuche ich immer, in Form zu sein. Nicht nur für Dreharbeiten. Ich bin ziemlich aktiv, viel draußen unterwegs, treibe regelmäßig Sport. Bei meinem familiären Hintergrund mit Bodybuilding und den dazugehörigen Ernährungsplänen ist das nicht überraschend, oder? (lacht) Für "Midnight Sun" brauchte ich allerdings ein besonderes Training: Charlie ist Leistungsschwimmer, da kommt man mit dem Routineprogramm im Fitnesscenter nicht weit.

teleschau: "Midnight Sun" erzählt eine großartige Liebesgeschichte. Glauben Sie an die Liebe?

Schwarzenegger: Natürlich glaube ich an die Liebe. Ich will eines Tages eine Familie gründen, Kinder haben. Das gehört zu meinen großen Lebenszielen.

teleschau: In "Midnight Sun" findet das Leben gezwungenermaßen nur nachts statt. Wie halten Sie es denn? Sind Sie eher ein Tagfalter oder ein Nachtschwärmer?

Schwarzenegger: Definitiv ein Tagfalter. Ich stehe ziemlich früh auf und gehe auch gegen 22 Uhr schon ins Bett.

teleschau: Wie langweilig ...

Schwarzenegger: (lacht) Ich weiß. Aber ich hasse es, das Tageslicht zu verpassen. Zu schlafen, wenn die Sonne scheint, ist für mich eine Horrorvorstellung. Ich mache tagsüber nicht mal Nickerchen. Das habe ich wahrscheinlich von meinem Dad geerbt. Der steht jeden Morgen zwischen vier und halb fünf Uhr auf und geht nach dem Abendessen gleich ins Bett.

teleschau: Wussten Sie schon immer, dass Sie seinen Karriere-Fußstapfen folgen wollen?

Schwarzenegger: Meine Eltern haben mich immer darin unterstützt, meiner Leidenschaft zu folgen. Sie werden es auch immer tun. Egal, ob ich Schauspieler, Politiker, Journalist oder Lehrer werden will. Ich wusste ziemlich früh, dass ich Filme drehen wollte. Eben weil ich meinem Vater oft bei der Arbeit zusehen konnte. Seit der Grundschule spiele ich in Schulaufführungen mit und bin immer noch in einer Theatergruppe in Los Angeles, wo ich an der University of Southern California BWL und Film studiere.

teleschau: Empfinden Sie Ihren Nachnamen als Last oder öffnet er Ihnen Türen, die anderen verschlossen bleiben?

Schwarzenegger: Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass durch meinen Vater nicht schon ein paar Türen offen standen. Aber am Ende geht es in Hollywood, wie überall sonst, darum, dass man sich selbst beweist, dass man Zeit und Mühen in die Karriere investiert. Ich konnte also nicht einfach sagen, dass ich Schauspieler werden will und war am nächsten Tag auf dem Poster eines neuen Films. Ich musste Unterricht nehmen und zum Vorsprechen gehen. Mit den Händen in den Taschen lässt sich keine Karriereleiter erklimmen. Man muss bereit sein, auch die Drecksarbeit zu machen.

teleschau: Haben Sie einen Plan B, wenn es mit der Karriere als Schauspieler nicht klappen sollte?

Schwarzenegger: Nein. Davon halte ich auch nichts. Es geht im Leben doch immer darum, seinen Plan A umzusetzen, seine Träume zu verfolgen. Auch wenn es manchmal etwas länger dauert. Mein Dad ist ein gutes Beispiel dafür: Er wollte der beste Bodybuilder der Welt und ein Hollywood-Actionstar werden. Das ging aber nicht von heute auf morgen. Er musste hart arbeiten und Geduld haben. Das gilt für jeden. Ich werde also nicht einfach aufhören, wenn der Film aus irgendeinem Grund nicht funktioniert.

teleschau: Sie könnten in die Politik gehen. ? Welche Erinnerungen haben Sie denn an die Zeit, als Ihr Vater Gouverneur von Kalifornien war?

Schwarzenegger: Ich konnte nicht mehr auf Filmsets gehen, um meinen Vater zu besuchen, sondern musste ins Kapitol. Da gab es durchaus ein Spaßgefälle: Mit Politik hatte ich nicht viel am Hut, ich war noch ziemlich jung. Genossen habe ich es definitiv nicht, ständig irgendwelche Politiker zu treffen. Außerdem hatten wir ständig Personenschützer um uns herum, was die Spontaneität ziemlich einschränkte.

Andreas Fischer

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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