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Warhammer 40.000: Dawn of War 3Das Beste von damals und heute?

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Es dauert nicht lange, dann dämmert's: Mit "Dawn of War 3" versuchen Relic Entertainment und Sega, das Beste von gestern und heute zu vereinen: Basis-Bau, Ressourcen-Management und das Kommandieren riesiger Armeeverbände wie in den Anfangstagen des Echtzeitstrategie-Genres treffen unter großem "Warhammer 40.000"-Getöse auf das Taktieren mit einer Handvoll besonders schlagkräftiger Helden - die aktuellen Publikumslieblinge "League of Legends", "Dota 2" und Co. lassen grüßen. Ob der von Usern aktiv herbeigewünschte Spagat klappt?

Herzstück von "Dawn of War 3" ist die Kampagne, in deren Verlauf Spieler drei Fraktionen kommandieren: die Space Marines, die wilde Ork-Meute und die mysteriösen Eldar. Jedes Volk, das in den düsteren Sci-Fi-Krieg zieht, erfordert einen anderen Spielansatz: Während die Menschen-Truppen Verstärkung aus dem Orbit herbeiordern können, überfluten die Ork-Massen ihre Gegner förmlich und basteln mit aufgelesenem Schrott noch mitten auf dem Schlachtfeld Verbesserungen für ihre Truppen oder gleich neue Kampfroboter. Die Eldar setzen hingegen dank ihrer Teleportationstechnik auf schnelle Nadelstich-Attacken und können sogar ihre ganze Basis verlegen.

Gemein ist allen Kriegsparteien das Ziel: In 17, teils ellenlangen und clever in mehrere Abschnitte unterteilten Missionen zanken sie sich um den mythischen Planeten Acheron und ein ebenso altes wie mächtiges Artefakt, das ... wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten!

Was die erstaunlich schlicht gehaltenen und von wenigen animierten Bildern ummantelten Missionsbriefings an Inszenierungsbombast vermissen lassen, gleichen die Einsätze vor allem im späteren Verlauf wieder aus - inklusive gewaltiger Truppenaufmärsche, dicker Explosionen und eines Effektgewitter, das nach einem leistungsstarken Rechner verlangt.

Doch "Dawn of War 3" bietet neben schönem Schein auch taktische Tiefe. Sogenannte Doktrinen gewähren übergreifende Boni für die eigenen Einheiten. Entscheidender sind jedoch die Elite-Einheiten, von denen sich drei vor einer Partie auswählen lassen. Die titanischen Superkrieger können mit ihren Sonderfähigkeiten maßgeblich den Ausgang eines Gefechts beeinflussen, zerstören aber nicht die Balance. Einerseits, weil die zum Herbeirufen nötigen Elite-Punkte nur spärlich aufs Konto fließen. Andererseits haben auch sie Schwachstellen und sind mit der richtigen Strategie zu besiegen. Wobei: Richtig tot bleiben Space-Terminatoren, Propheten und riesige Roboter nicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause stehen sie wieder Gewehr, Hammer oder Kreissäge bei Fuß.

Prima: Das Spielgeschehen ändert sich im Verlauf der Kampagne. Zählt anfangs noch jeder Fußsoldatentrupp, fährt "Dawn of War 3" gegen Ende die ganz großen Geschütze auf, sodass das Mikromanagement nicht den Stellenwert einnimmt wie etwa bei "Starcraft 2". Der schmale Grat zwischen anspruchsvoll, aber nicht zu komplex spiegelt sich auch beim nicht allzu ausufernden Basisbau und dem Ressourcen-Haushalt wider.

Die Solo-Kampagne kann allerdings auch so verstanden werden: als Vorbereitung für die gewaltigen Multiplayer-Duelle, in denen das hohe Tempo von "Dawn of War 3" erst richtig zur Geltung kommt - ebenso wie eine Vielzahl von Taktikfeinheiten, angefangen bei den Einheiten bis hin zu den Doktrinen, die eine hochgradige Strategiespezialisierung erlauben. Denn wer einmal online gegen andere Spieler angetreten ist, spürt, dass der Computer mit angezogener Handbremse agiert hat. Schade: Es gibt aktuell nur eine Spielart. Und: Die deutsche Vertonung hat sich Publisher Sega komplett gespart.

Bernd Fetsch

Game
SpielnameWarhammer 40.000: Dawn of War 3
HerstellerRelic Entertainment
VertriebSEGA
Erhältlich ab27.04.2017
Bewertung Gesamtsehr gut

Erhältlich für:
PC / Mac

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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