Musik / CD

Sarah Lesch: Da DraussenVisionen einer Liedermacherin

Früher verbot die Mutter ihr noch Dreadlocks, heute sind sie so lang, dass Sarah Lesch ihre Haarpracht einmal um den Kopf wickeln kann, wie sie eindrucksvoll auf dem Cover ihres neuen Albums "Da Draussen" beweist. Doch obwohl ihr Mund wie zugeklebt wirkt, ist genau das Gegenteil der Fall. Die Songwriterin hat klare Worte im Gepäck: "Ich schreibe euch keine Parolen", will sie klarstellen. Eine deutliche Nachricht, nachdem ihr Lied "Testament" (2015) unter anderem von rechtsradikalen Gruppen vereinnahmt wurde. Mit ihrem dritten Album stellt die Wahl-Leipzigerin nicht nur die Weichen in Richtung Erfolg, sondern gibt mit ihren zwölf durchdachten Titeln den ein oder anderen Denkanstoß.

Die 31-Jährige möchte in die Fußstapfen ihrer Vorbilder treten, große Liedermacher wie Hans-Eckardt Wenzel, Reinhard Mey und Gerhard Schöne. Ohne erhobenen Zeigefinger spricht sie persönliche und gesellschaftliche Probleme an. Wortspiele sind verpackt in simple, aber raffinierte Melodien, bei denen sie Konventionen hinter sich lässt und ihrem Geschmack folgt.

Sie könne nur über Selbsterlebtes und -erfahrenes schreiben, erklärt die Mutter eines Sohnes im Interview, und schon wird klar, woher die Nähe, die Glaubwürdigkeit ihrer Songs kommt. "Über allem steht immer derselbe Mond", besingt Sarah Lesch beispielsweise in "Das mit dem Mond" ihre Gedanken, dass wir doch alle auf der gleichen Erde leben und Geschichte sich immer wiederholt. Die Chansonette könnte es nicht stilvoller auf den Punkt bringen: "Und all das gab es schon einmal. Die Mauern, die Lügen, die Lieder."

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An keiner Stelle des Albums kommt Langeweile auf: Es ist nachdenklich, energisch und ruhig zugleich. Diese Vielfältigkeit zeichnet die Liedermacherin aus. Mit Balkan-Klängen im Hintergrund erzählt Sarah Lesch über die schwäbische Stadt Tübingen, in der sie einige Jahre lebte. Vor leiser Gitarrenmusik kann sie ein "Schlaflied" zum Besten geben und ein wildes Durcheinander entsteht Mithilfe einer Ziehharmonika in "Die Ballade von Frei Johnny".

Obwohl sie vorsichtiger geworden sei - "Ich möchte nicht der AfD einen Hit liefern" - leiden ihre Texte nicht darunter. Ihre ersten beiden Alben hat Lesch im Selbstverlag herausgegeben, nun bekommt sie Hilfe von einem kleinen Label. Seit 2015 räumte die Sängerin einige Auszeichnungen ab, zuletzt die Förderpreise der Hanns-Seidel-Stiftung und des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg. Ihr neues Album schreit geradezu nach mehr.

Anke Waschneck

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelDa Draussen
Bandname/InterpretSarah Lesch
GenrePop / Singer/Songwriter
Erhältlich ab11.08.2017
LabelKick The Flame
VertriebBroken Silence
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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