Musik / CD

Legend Of The Seagullmen: Legend Of The SeagullmenSeeungeheuer-Metal im Kinoformat

Wie genau es dazu kam, weiß man nicht. Wahrscheinlich ist es eine dieser Geschichten, von denen jeder der Beteiligten eine andere abenteuerliche Version erzählen würde. Vielleicht würden sie von monströsen Tintenfischen oder Geisterschiffen erzählen, vielleicht liefe am Ende alles auf eine leere Flasche Rum hinaus. Egal wie es tatsächlich war, 2011 haben sich jedenfalls zwei halbe und vier ganze Musiker unter dem Banner Legend Of The Seagullmen zusammengetan, und zumindest das eine steht fest: Bei dieser "Supergroup", die nun ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht, handelt es sich um eines der irrwitzigsten Rock-Projekte der letzten Jahre.

Die Personalien klingen zunächst beeindruckend, doch auch hier steckt schon ein wenig Wahnsinn drin. Die größten "Stars" bei Legend Of The Seagullmen sind fraglos Danny Carey und Brent Hinds. Carey wurde bekannt durch seine Stammband Tool und ist vielleicht der beste Rock-Schlagzeuger der letzten 25 Jahre; Gitarrist Hinds heimste mit Mastodon erst kürzlich einen Grammy in der Kategorie "Best Metal Performance" ein. Als Sänger ist David "The Doctor" Dreyer mit an Bord, Peter Griffin (Zappa Meets Zappa) spielt Bass. Und dann ist auch noch Chris DiGiovanni als Keyboarder dabei, der jahrelang Pixar-Filme vertonte, während "Horton hört ein Hu!"-Regisseur Jimmy Hayward die zweite Gitarre bedient.

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Natürlich wirken die Filmleute DiGiovanni und Hayward bei dieser Besatzung erst einmal wie fremde Passagiere. Doch vielleicht sind gerade sie es, die diese Band zu etwas Besonderem machen, denn Legend Of The Seagullmen schreiben sich selbst auf die Fahnen, "cineastischen Psychedelic Rock" zu spielen. Ganz konkret geht es um das Meer und all seine Schrecken. Wir hören Hafenglocken, über den Songs kreisende Seemöwen und auch mal ein knarzendes Seetau, während Dreyer zu grimmigem 16:9-Metal mit seebäriger Stimme von Schiffswracks, mörderischen Walen und gigantischen Ungeheuern auf dem Meeresgrund singt. Man könnte auch sagen: Bei Legend Of The Seagullmen treffen Tool und Mastodon auf "Moby Dick" und "Fluch der Karibik".

Bei ihrer düsteren, theatralischen Odyssee stürmen Legend Of The Seagullmen weit draußen übers Meer. So weit draußen und so allein, dass ihre Musik, ganz anders als etwa bei Tool oder Mastodon, überhaupt nichts "Relevantes" an sich hat. Hier werden keine Genres neu definiert, und das Album "Legend Of The Seagullmen" möchte sich ganz sicher auch nicht an Chartplatzierungen messen. Diese Band, die wahrscheinlich von Anfang an als Witz gedacht war, macht sich frei von allen Erwartungen und Ambitionen, was auf der anderen Seite dann aber auch zu maximaler künstlerischer Freiheit führt. Das kommt auch dem Hörer zugute: Man wird in rauer See hin und her geworfen, knallt mal mit dem Kopf gegen einen Mast, hat dennoch Spaß und stört sich dann auch gar nicht daran, wenn vorne Kitsch und Pathos gegen den Bug klatschen. Legend Of The Seagullmen: Das ist ein sehr unsinniges Unterfangen, aber auch ein sehr unterhaltsames.

John Fasnaugh

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelLegend Of The Seagullmen
Bandname/InterpretLegend Of The Seagullmen
GenrePsychedelic Rock
Erhältlich ab09.02.2018
LabelCaroline
VertriebUniversal
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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