
Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft zieht positive Bilanz
Die REVG meldet mehr Fahrgäste, weniger Defizit als erwartet und stabile Mitarbeiterzahlen. Gleichzeitig bleiben hohe Dieselpreise ein Problem. Außerdem stehen der Rheinland-Tarif und ein Projekt für autonome Linienbusse im Fokus.
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.05.2026 09:44
Mehr Fahrgäste, neuer Tarif und Busse ohne Fahrer
Die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) zieht für das vergangene Geschäftsjahr im Rhein-Erft-Kreis eine positive Bilanz. Nach Angaben des Unternehmens nutzen immer mehr Menschen die Busse der REVG. Gleichzeitig gab es nur wenige Beschwerden, und die Zahl der Mitarbeiter ist konstant geblieben.
Besonders positiv bewertet die REVG das voraussichtliche Defizit von 32 Millionen Euro. Laut dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Gregor Golland, liegt dieser Wert rund drei Millionen Euro unter der ursprünglichen Prognose. Für Golland ist das ein gutes Ergebnis, weil der öffentliche Personennahverkehr grundsätzlich auf Zuschüsse angewiesen sei und nicht kostendeckend arbeiten könne.
Die REVG betreibt im Rhein-Erft-Kreis insgesamt 47 Buslinien. Die Busse legen pro Jahr nach Unternehmensangaben mehr als neun Millionen Kilometer zurück.
Hohe Dieselpreise belasten die REVG
Die hohen Preise für Benzin und Diesel sind auch für die REVG eine große Herausforderung. Nach Unternehmensangaben liegen die Dieselpreise gut 25 Prozent über der bisherigen Planung. Deshalb muss die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mehr Geld für den Betrieb ihrer Busse einplanen.
Im Jahr benötigt die REVG Diesel im Wert von rund 1,8 Millionen Euro. Durch die gestiegenen Preise kommen nach Angaben des Unternehmens gut 600.000 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr hinzu. Für Fahrgäste soll sich aber nichts ändern: Höhere Ticketpreise sind derzeit nicht geplant, und alle Strecken sollen weiter bedient werden.
Rheinland-Tarif kommt zum 1. Juni
Für Fahrgäste bei der REVG steht in wenigen Wochen eine Tarifänderung an. Ab dem 1.Juni gilt der Rheinland-Tarif. Dann gibt es nur noch drei Tarifzonen sowie eine zeitlich befristete Kurzstrecke.
Laut REVG-Geschäftsführer Walter Reinarz ist der gemeinsame Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg und des Aachener Verkehrsverbunds eine Vereinfachung. In der Regel werde das Fahren damit auch günstiger. Nur für Gelegenheitsfahrer im Großraum Köln könnte es teurer werden. Reinarz geht davon aus, dass Kundinnen und Kunden dann verstärkt das Deutschlandticket und den eezy-NRW-Luftlinientarif nutzen werden.
Autonome Linienbusse als Zukunftsprojekt
Ein weiteres großes Projekt der REVG im Rhein-Erft-Kreis ist das autonome Fahren. Die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft hat die Markterkundung für autonome Linienbusse abgeschlossen und will ab Juni europaweit ausschreiben.
Nach Angaben von Geschäftsführer Walter Reinarz geht es dabei um Linienbusse, die bis zu 45 Personen befördern können. Wie viele Unternehmen dafür Fahrzeuge liefern können, sei noch offen. Wann die ersten autonomen Linienbusse im Rhein-Erft-Kreis fahren werden, könne Reinarz noch nicht sagen. Er geht aber davon aus, dass das ab dem Jahr 2030 möglich sein könnte.
Nach Angaben der REVG und des Rhein-Erft-Kreises nimmt die Region mit dem Projekt eine Vorreiterrolle ein. Demnach wäre der Rhein-Erft-Kreis der erste Flächenkreis in Deutschland, in dem autonome Linienbusse unterwegs sein werden.