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Tipps Krank - was ist erlaubt?

Was darf man eigentlich, wenn man krankgeschrieben ist und was nicht? Muss man zuhause bleiben und im Bett liegen? Oder ist der Gang zum Supermarkt erlaubt? Hier sind die wichtigsten Regeln im Überblick.


http://www.radioerft.de/erft/re/1321161/service

Generell darf man mit einer Krankschreibung alles machen, außer es gefährdet oder verzögert die Genesung. Entscheidend ist der Grund der Krankschreibung.

Mit einer schweren Grippe sollte man also nicht in die Kneipe gehen und auch nicht das Haus verlassen. Sollte der Arzt aber keine Bettruhe verschrieben haben, spricht nichts gegen einen Besuch im Supermarkt gegenüber, um Lebensmittel einzukaufen. Krankheit bedeutet nicht automatisch Hausarrest! In Ausnahmefällen sind sogar Reisen erlaubt.

Ein Gericht hob die Kündigung einer Frau auf, die mit Rückenschmerzen krankgeschrieben war und "last minute" eine Reise nach Las Palmas gebucht hatte. Das Gericht schätzte die Reise nicht als genesungsgefährdend ein.

Hier ein paar Beispiele, was erlaubt / nicht erlaubt ist:

- Mit einem Bandscheibenvorfall sollte man nicht im Garten arbeiten, mit Fieber sollte man nicht auf einer Party gesehen werden, aber wenn Sie wegen einer Sehnenscheidenentzündung nicht arbeiten können, ist gegen ein Tänzchen im Club theoretisch nichts zu sagen.

- Sport ist bei einer Erkältung natürlich nicht erlaubt, bei einer psychischen Erkrankung kann Joggen oder Fußballspielen aber sogar gut tun.
Theoretisch darf man trotz Krankschreibung sogar zusätzliches Geld verdienen. Beispiel: Ein Handwerker hatte sich einen Arm gebrochen, hat während seiner Krankschreibung aber Bausparverträge verkauft. Laut Gesetz: zulässig!

- Vorsicht ist allerdings bei Einträgen in die sozialen Netzwerke geboten. Oft fliegen "Blaumacher" auf, weil sie ein Bild von sich gepostet haben, das nicht auf eine Krankheit oder Verletzung schließen lässt. Besteht ein berechtigter Verdacht, dass ein Arbeitnehmer eine Krankheit nur vortäuscht, kann der Arbeitgeber sogar Detektive einschalten. Sollten die Detektive nachweisen, dass der Arbeitnehmer seine Krankheit wirklich vorgetäuscht hat, muss der Arbeitnehmer sogar die Detektivkosten übernehmen. Dann droht außerdem eine fristlose Kündigung. Bei einem ersten "Vergehen" wird es aber meistens bei einer Abmahnung bleiben.

- Im "tatsächlichen" Krankheitsfall darf Krankheit nicht abgemahnt werden. Der Arbeitgeber hat eine Krankschreibung generell zu akzeptieren und darf keinen zweiten Arzt einschalten, um die Diagnose des ersten Arztes zu überprüfen. Theoretisch kann der Arbeitgeber bei Zweifeln aber den medizinischen Dienst der Krankenkassen beauftragen, die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers zu überprüfen. In Expertenkreisen gilt dieses Instrument aber als "stumpfes Schwert". (kok)


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