Musik / CD

Joe Bonamassa: RedemptionHeute ein König

Es war einmal ein kleiner Junge, der sein Herz schon in frühen Jahren verschenkte - an eine große Liebe mit sechs Saiten. Im zarten Alter von zwölf Jahren durfte er bereits mit seiner Gitarre vor den Thron des Königs treten: Er stand im Vorprogramm von B.B. King auf der Bühne. Sein Spiel war geweiht, der Karrieregrundstein gelegt. Und ebenso fulminant wie der Start war die weitere Entwicklung: Seine Alben verbreiteten sich in Windeseile, seine Auftritte wurden allerorten gefeiert. Befreundete Legenden wie Eric Clapton oder Paul Rodgers gaben sich die Ehre, und wer auf seiner Homepage auf die Frage "Wer ist Joe Bonamassa?" klickt, bekommt als erste Antwort: "Einer der größten Gitarristen dieser Welt". "Redemption" ist des Königs neueste Machtdemonstration.

Und was für einen stattlichen Hofstaat sich der "Titan", wie er von der Fachpresse gerne genannt wird, für sein 13. Studioalbum zusammengestellt hat: Bläser und Background-Sängerinnen, erstmals zwei weitere Gitarristen, dazu Gäste wie Jim Moginie (Midnight Oil) und Country-Musiker Jamey Johnson. Ausschweifend geht es zu in diesem zwölftürmigen Schloss, welches umgeben vom Brachland der äußeren Musikwelt oasengleich mit prachtvollen Gärten und Zinnen aufwartet.

Joa Bonamassa mag der König des Bluesrock sein, indes reicht sein Horizont weit über die Grenzen des Anwesens hinaus. Der Soul ist quasi allgegenwärtig, auf dem Vorplatz werden eifrig zum Boogie die Hüften geschwungen ("King Bee Shakedown"). Viele der reich verzierten Räume sind mit einem massiven Hardrock-Interieur ausgestattet; Bonamassas All-Star-Baustelle Black Country Communion und die Ahnen von Led Zeppelin mögen hier Pate gestanden haben. Im Nebenraum schlurft ein Klimperkasten-Klavier über das Parkett ("Pick Up The Pieces"), und wer in die Privatgemächer eintritt, der darf sich an der melancholischem Intimität und persönlichen Ansprache von "Self-Inflicted Wounds" ergötzen.

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Die Kleider des Königs glänzen auf "Redemption". Bonamassa, der in seinem schicken Outfit auf der Bühne durchaus auch als Kreativdirektor einer Werbeagentur durchgehen könnte, setzt weiterhin auf Perfektion im Schnitt und funkelnde Soli-Kronen. Ab und an, besonders bei den blueslastigen Titeln, wünscht man sich vielleicht eher einen vom Leben gezeichneten, von Eskapaden und Allüren durchgeschüttelten Mann, der mithlfe seiner Gitarre sein ganzes Leid mit dem Volke teilt. Das ist Joe Bonamassa nicht. Er ist ein König, der keinen Makel zulässt. Dennoch besteht die Größe von "Redemption" nicht in der Opulenz, nicht in der Sauberkeit, sondern darin, dass dieses Album dem Hörer an den schönsten Stellen einen tiefen Blick in die Seele seines Erschaffers gewährt.

Joe Bonamassa auf Tour:

01.10. Rostock, Stadthalle

02.10. Oberhausen, König-Pilsener-Arena

03.10. Mannheim, SAP Arena

05.10. Fulda, Esperantohalle

06.10. Wetzlar, Rittal Arena

08.10. Neu-Ulm, Ratiopharm Arena

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelRedemption
Bandname/InterpretJoe Bonamassa
GenreBluesrock
Erhältlich ab21.09.2018
LabelMascot Label Group
VertriebRough Trade
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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