Musik / CD

Imagine Dragons: OriginsGanz großes Kino

Plattenfirmen stecken ihre Künstler allzu gern in Schubladen. Auf der Schublade, in der Universal Music den Act Imagine Dragons ("Radioactive") einsortiert hat, steht "Rock". Doch dafür alleine ist das bombastische Programm der erfolgsverwöhnten US-Band definitiv eine Nummer zu groß. Imagine Dragons werfen von Pop und Rock über R'n'B, Soul und HipHop bis Electro alles in den großen Genre-Mixer. Das sehr massentaugliche Ergebnis mag nicht jedem schmecken, doch auch Kritiker werden anerkennen müssen: "Origins", das vierte Studioalbum der Jungs aus Las Vegas, ist ein weiteres Musterbeispiel für zeitgenössisches Pop-Songwriting. Karamelisierte Melodien treffen auf kraftvolle Arrangements und eine Stimme, die brettharten Rock genauso meistert wie samtweichen Soul.

Das neue Werk versteht die Band als eine Art Partneralbum zum 2017 erschienenen Vorgänger "Evolve", deshalb ist auch "Origins" geprägt von einer gesteigerten Experimentierfreude. Die einzige Regel der Band: "keine Regeln. Wir finden es nun mal viel aufregender, Musik zu machen, die immer wieder anders ist. Wir wollen uns selbst mit etwas Neuem überraschen."

Sänger Dan Reynolds, Gitarrist Wayne Sermon, Bassist Ben McKee und Drummer Daniel Platzman fügen in ihrer Musik stilistische Gegensätze zu einem hitzig-coolen neuen Ganzen zusammen, sie bringen daneben aber auch viele gegensätzliche Emotionen unter einen Hut. So klingen die Songs mal dramatisch, mal aggressiv, mal melancholisch, dann wieder euphorisch. Bisweilen werden die krassen Stimmungswechsel auch innerhalb der Songs vollzogen. Die Klammer für all das bildet diese überwältigende Energie, die charakteristisch ist für Imagine Dragons.

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Die pure Emotionalität ihrer Songs kommt nicht zufällig auch im Kino oft zum Einsatz (etwa "Who We Are" in "Die Tribute von Panem - Catching Fire" oder "Not Today" im Drama "Ein ganzes halbes Jahr"). Auch auf dem aktuellen Album findet sich ein Track, der es auf die Leinwand schaffte: "Zero" sorgt demnächst im Animationsfilm "Ralph reichts 2" für gute Laune.

Dabei, dass die eingängigen "Origin"-Melodien beim Hörer landen, hilft auch wieder ein Produzententeam auf Weltklasse-Niveau: Joel Little (Lorde, Khalid), Mattman & Robin (Selena Gomez) und John Hill (Florence + The Machine) verwandeln das Songmaterial in echte Blockbuster. Egal ob man sich Pop-Titel wie "Boomerang" und "Bad Liar" anhört oder die rockigeren Hymnen "Machine" und "Only": Jede dieser bombastischen Nummern hat das Zeug, in den Hitradiosendern weltweit rauf und runter zu laufen. Der Song "Cool Out" bringt sogar kurz noch mal den Sommer zurück, während "West Coast" mit Akustik-Sound und Folkrock-Attitüde überrascht.

Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen: "Origins" wird ganz bestimmt an die Chart-Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Die Single-Auskopplung "Natural" machte zuletzt schon einen eindrucksvollen Anfang. Der pompöse Opener von "Origins", der sich auch als James-Bond-Titelsong gut machen würde, lag fünf Wochen an der Spitze der US-Alternative-Charts. Das dazugehörige Video wurde bei YouTube 97 Millionen Mal aufgerufen.

Michael Eichhammer

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelOrigins
Bandname/InterpretImagine Dragons
Erhältlich ab09.11.2018
LabelInterscope
VertriebUniversal Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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